| Active Data Warehousing Active Data Warehousing, die Weiterführung des klassischen Warehousing in Richtung Operationalisierung, stellt neue Anforderungen an die Architektur der Warehouse Systeme. Die verarbeiteten Daten und bereitgestellten Informationen müssen qualitativ hochwertig und aktuell sein und die Schnittstellenkopplung aller beteiligten Systeme, insbesondere die Schnittstellen vom Warehouse zu den operativen Systemen, sind konzeptionell als "normaler" Bestandteil der IT-Infrastruktur zu planen und umzusetzen.
Aus dem dispositiven klassischen Warehouse wird damit ein dispositives und operatives (sog. aktives) Warehouse, welches nicht nur als Analyse- und Entscheidungsgrundlage fungiert, sondern diese Erkenntnisse mittels vordefinierter Entscheidungsmodelle automatisch erzielt und die definierten Aktionen selbstständig auslöst.
Ein aktives Data Warehouse (ADW) verhält sich damit wie ein "Ereignis-Entscheidung-Aktion-Modell". Es überwindet den manuellen Prozess der Analyse- und Entscheidungsfindung sowie der Aktionsauslösung und stellt damit einen geschlossenen Handlungskreislauf (sog. closed loop) zur Verfügung, der aufgrund der technologischen Entwicklung bis zum ereignisgesteuerten Systemkreislauf in real time implementiert werden kann.
Die Bandbreite eines ADW-Systems ist sehr vielschichtig und die Komplexität von vielen Faktoren abhängig. Grundsätzlich existieren zwei Ansätze zur Konzeption eines ADW. Der erste Ansatz ist die Erweiterung bestehender klassischer Warehouse Systeme bezüglich der Aktualisierungsfrequenz, der Analyseprozesse und der Anbindung an diejenigen operativen Systeme, welche diese Informationen nutzen. Als Beispiel sei hier eine Lösung genannt, bei welcher saracus das bestehende Warehouse in Bezug auf Kundendaten erweitert, die Schnittstelle zum Call-Center implementiert und damit ein intelligentes Verteilen kommendender Anrufe an das Call-Center auf Basis vorhandener Kundendaten umgesetzt hat.
Der alternative Ansatz ist die Neukonzeption eines ADW, bei dem grundlegende, systemübergreifende Funktionalitäten der Unternehmung mittels einer zentralen Warehouse Ebene - auch operativ - zur Verfügung gestellt und in beschriebener Weise genutzt werden. Als Beispiel sei hier ein "real-time ODS System" aus der saracus Praxiserfahrung im Bankensektor genannt, das anwendungsübergreifend Kundeninformationen wie beispielsweise den Kunden-Gesamtsaldo bei Bedarf ermittelt und den angeschlossenen operativen Systemen, etwa der Internet-Banking-Anwendung, zur Verfügung stellt. Selbstverständlich existieren eine Vielzahl von Ausprägungen bei diesen beiden Ansätzen, die saracus in der Praxis umgesetzt hat. |