Eigene Visualisierungen in Cognos Analytics mit RAVE

1. Motivation

Egal ob Management-Bericht, Monitoring Dashboard oder regelmäßig ausgeführter Tages-/Monats-/Jahresbericht, nirgends geht es ohne eine ansprechende Visualisierung von Daten, die über Tabellen oder Listen hinaus geht. Einzige Ausnahme ist vielleicht der eingefleischte Controller, der seine Tabellen liebgewonnen hat und in den Bildchen keinen Mehrwert sieht, aber die meisten User in einem Unternehmen schätzen Grafiken, welche Sachverhalte wie eine Umsatzentwicklung auf einen Blick zeigen.

Exemplarisch für Cognos Analytics als Werkzeug zur Berichterstellung wird in diesem Beitrag ein Einblick gegeben, wie für ein Unternehmen Visualisierungen an den eigenen Bedarf angepasst werden können, wenn die standardmäßig im Tool enthaltenen Visualisierungen nicht den gewünschten Bedarf abdecken.

2. Erstellen / Bearbeiten von eigenen Visualisierungen

Dem Anwender kommt im Falle von Cognos Analytics zugute, dass alle Visualisierungen in Cognos durch die Rapidly Adaptive Visualization Engine (RAVE) umgesetzt sind. Mit dem frei verfügbaren Werkzeug IBM Cognos Visualization Customizer können bestehende Visualisierungen angepasst oder komplett neue Visualisierungen erstellt werden. Eine Visualisierung wird XML-ähnlich in VizJSON spezifiziert und kann im genannten Editor bearbeitet werden.

Abbildung 1: IBM Cognos Visualization Customizer: Bearbeiten des Codes und Vorschau der Visualisierung.

VizJSAN-Dateien bestehen im Wesentlichen aus diesen Bereichen:

data

Im Bereich data werden Beispieldaten für die Visualisierung erfasst, die zum einen im Rahmen der Entwicklung der Visualisierung zum Tragen kommen und andererseits auch die Grundlage für die Vorschau der Visualisierung in Cognos bilden.

In Abbildung 1 ist eine Visualisierung gezeigt, welche zwei Datensätze darstellt, deshalb sind hier im Bereich data zwei Blöcke mit Daten enthalten.

version

Für Cognos Analyics (und Cognos BI 10.x) ist hier die Version 3.0 anzugeben, ggf. wird hier zukünftig eine Anhebung der Versionsnummer notwendig, damit die Visualisierung akzeptiert wird.

legends

Hierüber kann Einfluss auf die Legende der Visualisierung genommen werden.

grammar

Hier wird definiert, wie die Darstellung der Daten erfolgen soll. Dabei wird zuerst ein Koordinatensystem etabliert mit coordinates und anschließend werden die Daten mit elements im Koordinatensystem platziert.

Im Koordinatensystem wird immer zuerst die Y- und dann die X-Achse definiert. Im Beispiel in Abbildung 1 werden X- und Y-Achse analog beschriftet, von der Y-Achse gehen zusätzlich graue Linien zur besseren Lesbarkeit aus.

Als Elemente sind im Beispiel Balken (interval) für die erste und Linie (line) für die zweite Kennzahl hinterlegt, dabei wird hier außerdem angegeben, dass die Balken blau sind und eine Beschriftung oberhalb der Balken haben und die Linie Rot ist.

size

Bestimmung der Größe der Visualisierung. Diese kann auch in Cognos gesetzt werden.

style

Stilanpassungen für die gesamte Visualisierung wie eine Hintergrundfarbe oder das Festsetzen des Paddings.

3. Einbinden von eigenen Visualisierungen in Cognos Analytics

Nachdem eine Visualisierung den Anforderungen entsprechend erstellt ist (Kombinierung von unterschiedlichen Repräsentationsarten von Kennzahlen, Umsetzung von Corporate Design etc.) kann diese einfach in Cognos Analytics importiert werden, damit diese dann allen Anwendern zur Verfügung steht.

Dazu in Cognos Analytics in die Administration wechseln:

IBM Cognos Administration à Library à Import Visualizations

4. Verwendung eigener Visualisierungen in Cognos Analytics

Nach dem Import steht die neue Visualisierung in Cognos zur Verfügung

Dazu nach dem Einfügen einer Visualization-Komponente bei der Auswahl in der Visualization gallery ggf. den Filter auf Legacy visualizations setzen, um die eigenen Visualisierungen zu finden.

Fazit

Unbenommen sind die Möglichkeiten zur Visualisierung, die es in aktuellen Reporting-Tools wie Cognos Analytics gibt, bereits für viele Zwecke ausreichend. Um aber als Unternehmen den maximalen Nutzen aus Visualisierungen zu ziehen ist es mitunter erforderlich über den Standard hinaus gehen zu können. Dafür bieten RAVE-Visualisierungen einen mächtigen Baukasten an Möglichkeiten zum Erstellen neuer Visualisierungen oder zur Anpassung von bestehenden Visualisierungen in ein bestehendes oder neues Corporate Design.