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AWS Neuigkeiten November 2021 

Insbesondere gegen Ende des Monats November war spürbar, dass die diesjährige re:invent immer näher rückte und so wurden immer mehr Neuerungen und Ankündigungen von AWS veröffentlich. Über die großen Neuankündigungen der re:invent werden wir in einem separatem Blogbeitrag berichten. Dieser Blogbeitrag stellt einen Ausschnitt aus den Neuerungen und Ankündigungen des Monats November dar, erhebt aber nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei auf Veränderungen, bei denen wir von einem direkten Einfluss auf unsere Kunden ausgehen. In diesem Beitrag werden insbesondere Änderungen und Ankündigungen der Services Amazon Fargate und AWS S3 vorgestellt.  

 

Compute 

AWS Fargate 

Erst vor kurzem erst hat AWS die Verfügbarkeit von Graviton2-Prozessoren für AWS Lambda bekanntgegeben und nun sind diese Prozessoren auch für AWS Fargate mit AWS ECS verfügbar. AWS Fargate ist ein serverless-compute Service der AWS, der für die Bereitstellung von Containern genutzt werden kann und das Management und die Skalierung dieser übernimmt.  

AWS verspricht bei der Nutzung von AWS Gratiton2-Prozessoren ein um bis zu 40 Prozent besseres Preis-Leistungs-Verhältnis und 20 Prozent geringere Kosten als bei vergleichbaren Intel-Prozessoren. Um die Graviton-Prozessoren zu nutzen, müssen allerdings unter Umständen die Images angepasst werden und zu Multi-Architecture Container Images umgewandelt werden.  

Multi-Architecture Container Images bestehen aus zwei Teilen: Dem eigentlichen Layer und einem Manifest. Das Manifest bestimmt hierbei, welche Gruppe von Layern schlussendlich das Image bilden, sowie Runtime-Characteristics wie die Architektur. Diese kann entweder ARM64, wie es für die Graviton-Prozessoren notwendig ist, oder X86_64 sein. Durch das Erstellen von Multi-Architecture Container Images besteht die Möglichkeit, dasselbe Repository für verschiedene Architekturen zu verwenden. 

 

AWS Fargate mit AWS Graviton2 Prozessoren ist in allen Regionen verfügbar, in denen auch AWS Fargate bisher verfügbar war, allerdings werden die Graviton2-Prozessoren nur von der Fargate Plattform Version 1.4.0 oder später unterstützt. Für eine detaillierte Auflistung der Preise, verweisen wir auf die folgende AWS-Seite: https://aws.amazon.com/fargate/pricing/ 

 

Karpenter 

Im vorangegangenen Monat wurde bekannt gegeben, dass nun Karpenter bereit ist für produktive Use-Cases und der Preview-Phase entwachsen ist. Karpenter ist open-source und ein flexibler Autoscaler für Kubernetes-Cluster auf AWS. Die Nutzung von Karpenter soll AWS Kunden dabei unterstützen, die Verfügbarkeit und Effizienz von Applikationen zu erhöhen, indem es die Menge an zur Verfügung stehenden Compute-Ressourcen der derzeitigen Auslastung anpasst.  

Karpenter wird auf dem Cluster selbst installiert und beobachtet die aggregierten Ressourcen, die von Pods angefragt werden. Sollten diese Anfragen einen gewissen Schwellenwert überschreiten oder unterschreiten, werden einfach weitere Ressourcen von Karpenter zur Verfügung gestellt oder terminiert. Dies geschieht, indem Karpenter Befehle an den unterliegenden Compute-Service, wie beispielsweise Amazon EC2, sendet. 

Karpenter ist somit eine einfacher zu nutzende Alternative als bisherige Lösungen zur dynamischen Anpassung von Kubernetes Clustern, welche häufig auf Amazon EC2 Auto-Scaling Groups und Kubernetes Cluster Autoscaler zurückgreifen mussten, da insbesondere die Konfiguration des Kubernetes Autoscaler einige Tücken aufweisen konnte. 

 

Storage 

EBS Snapshot Archive 

Im November ist mit Amazon EBS Snapshots Archive ist ein neues Storage-Tier für die Langzeitspeicherung von Elastic Block Store Snapshots hinzugekommen.  

EBS selbst ist ein Block Storages Service, welcher zum Beispiel von EC2-Instancen zur Speicherung von Daten verwendet werden kann oder das Booten eines Betriebssystems ermöglicht. EBS Snapshots können erstellt werden, um eine Kopie der Daten zu einem bestimmten Zeitpunkt zu erstellen. Hierbei enthält der erste Snapshot eines EBS-Volumes alle Daten, mit denen das Volumen beschrieben wurde. Folgende Screenshots speichern nur noch die Veränderungen, wodurch EBS Snapshots in ihrer Funktionsweise schon sehr effizient. 

Durch regulatorische Vorgaben ist es möglich, dass Snapshots über einen langen Zeitraum gespeichert werden müssen. Dies kann, obwohl Snapshots bereits sehr kosteneffizient sind, zu unerwünscht hohen Kosten führen, wenn sie unter der Verwendung eines Hot-Data Storage-Tiers abgelegt werden. Da die meisten Snapshots allerdings nie benutzt werden, bietet es sich an, diese unter der Verwendung eines der Cold-Data Storage-Tiers von AWS S3 abzulegen, um die Speicherkosten möglichst gering zu halten. Um dies war bisher zu erreichen, mussten allerdings selbstgeschrieben Skripte verwendet werden, welche unter anderem temporäre EC2-Instanzen erstellen mussten, um die Snapshots wiederherzustellen, zu mounten und schlussendlich die Daten zu transferieren. 

EBS Snapshots Archive bietet nun eine kostengünstige Lösung, um Snapshots für mindestens 90 Tage zu speichern – ohne den zusätzlichen Aufwand, der mit den selbstgeschriebenen Skripten einhergeht. Um Snapshots zu verwenden, die in Snapshots Archive abgelegt worden sind, müssen diese zunächst wiederhergestellt werden. Das Wiederherstellen eines solchen Snapshots kann zwischen 24 und 72 Stunden dauern – je nachdem wie groß der Snapshot ist.  

EBS Snapshot Archive ist ab sofort in insgesamt 17 Regionen und insbesondere in allen Regionen in Europa verfügbar. Wie bei allen pay-as-you-go Tarifen, richten sich die Kosten für die Nutzung dieses Storage-Tiers zum einen nach der Menge an gespeicherten Daten und zum anderen an der Menge an transferierten Daten. Für die Speicherung von Daten entfällt eine Gebührt von 0,0125$/GB pro Monat an und für den Transfer 0,03$/GB. Eine genauere Auflistung aller Preise kann der Preistabelle auf der dazugehörigen AWS-Seite entnommen werden: https://aws.amazon.com/de/ebs/pricing/

 

S3 Event Notifications mit EventBridge 

Amazon EventBridge ist ein Service von AWS, der es erlaubt, event-gesteuerte Applikationen zu erstellen. Seit November 2021 ist dies nun auch für AWS S3 möglich und stellt somit eine alternative zu den bisherigen S3 Event Notifications dar, die es bisher ermöglicht haben, in SNS Topics oder SQS Queues zu schreiben oder eine AWS Lambda Funktion zu triggern, wenn eine Veränderung an einem Objekt in S3 aufgetreten ist.  

Die bisherigen Möglichkeiten wurden dadurch erweitert, dass S3 Event Notifications direkt zu EventBridge übergeben werden können. Dies ermöglicht es, direkt auf die Events zu Filtern und Events zu mehreren Zielorten zu routen und so beispielsweise mehrere Lambda-Funktionen zu triggern. Weiterhin garantiert die Verwendung von EventBridge eine at-least-once-delivery, wodurch Architekturen zuverlässiger werden. 

Event Notifications mit EventBridge sind ab sofort in allen AWS Regionen verfügbar. Bei der Verwendung fallen Kosten in Höhe von 1$ pro 1 Millionen Events an.  

 

Monitoring 

Amazon CloudWatch 

Amazon CloudWatch ist ein kostengünstiges Monitoring Tool, welches out-of-the-box in der AWS verwendet werden kann und keinen Wartungsaufwand mit sich bringt. Seit seinem Launch sind viele Features hinzugekommen, die alle die Monitoring-Möglichkeiten des Services weiter verbessert haben. In diese Reihe reiht sich auch das neueste Feature ein: Im November 2021 wurde von AWS das Real-User Monitoring in AWS CloudWatch vorgestellt.  

Eine der größten Herausforderungen, wenn man Applikationen monitort, ist, die Performanceschwankungen des Systems zu verstehen und durch Anpassungen den Nutzern ein optimales Nutzungserlebnis zu gewährleisten. Hierbei ist allerdings eine Vielzahl von Variablen zu berücksichtigen, die von User zu User variieren können, wie beispielsweise der Browser Typ und seine Konfigurationen, der Standort des Nutzers, ….  

Amazon CloudWatch Real-User Monitoring (RUM) hilft seinen Nutzern dabei, diese Metriken zu sammeln und auszuwerten, um ein besseres Verständnis von der Performance einer Applikation für die einzelnen Endnutzer zu erhalten. Um den Service zu nutzen, muss lediglich die Applikation vorher registriert werden und ein vorgefertigtes Snippet JavaScript-Code an den Header jeder Seite hinzugefügt werden. Dieses Snippet sendet dann die Metriken der einzelnen Nutzer zu CloudWatch RUM. Dort werden diese dann konsolidiert und können von Nutzern analysiert werden.  

Amazon CloudWatch RUM ist ab sofort verfügbar in insgesamt 10 AWS Regionen und unteranderem in Irland, London, Frankfurt sowie Stockholm. Für die Nutzung von AWS CloudWatch RUM fallen Gebühren in Höhe von 1$ pro 100k Events an. Insgesamt birgt CloudWatch RUM, insbesondere in Kombination mit AWS X-Ray, das Potential, Applikationen durchsichtiger zu machen und so Performance-Schwachstellen schneller aufzudecken. 

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